Steigender Trend zu roten Rebsorten an der Ahr, insbesondere Spätburgunder

DDiagramm Rebsortenentwicklungie in den 70er Jahren einsetzende Entwicklung hin zu den roten Rebsorten, insbesondere zum Spätburgunder (Pinot Noir) setzte sich im Vergleich 2001 zu 2006 weiter fort. Insgesamt eine um 30 ha größere Anbaufläche (548 ha), einem Zuwachs bei den roten Rebsorten um 36 ha auf 479 ha, verbunden mit einem Rückgang bei den weißen Rebsorten um 6 ha auf 69 ha.

Erste Zahlen für 2007 deuten auf einen weiteren Anstieg auf 552 ha hin.

Damit rangiert die Ahr mittlerweile vor dem benachbarten Weinanbaugebiet Mittelrhein (480 ha).

Der Klimawandeln mit steigenden Durchschnittstemparaturen macht die Erschließung brachliegender Weinbergsflächen, auch in Steillagen wirtschaftlich, aber vor allem kulturell interessant, schließlich verfügte die Ahr einmal über eine Anbaufläche von über 1.000 ha.

Potenzial für Jungwinzer an der Ahr.

Entwicklung in den letzten 40 Jahren

Die Entwicklung hin zu anspruchsvolleren und qualitativ hochwertigeren Rebsorten setzte ab 1972 in Verbindung mit der Flurbereinigung ein. Der Spätburgunder verdrängte sowohl den Portugieser, als auch die weißen Rebsorten (Rückgang auf ca. 1/3 der ursprünglichen Fläche).

Anbaufläche

1964

1972

1979

1989

1999

2001

2006

Rot

254

272

258

370

431

443

479

Weiß

190

211

150

107

88

75

69

Gesamt

444

483

408

477

519

518

548

Die Dominanz der roten Rebsorten, insbesondere des Spätburgunders war vor ca. 35 Jahren weniger ausgeprägt. Bei den roten Rebsorten lag der Portugieser mit 145 ha vor dem Spätburgunder (122 ha), gefolgt vom Riesling (114 ha).
In den 80er Jahren hielt das kleine Eichenholzfaß mit ca. 225 l (Barrique) Einzug ins Ahrtal. Heute beherrschen alle führenden Winzergenossenschaften und Weingüter den Ausbau im Barrique.

Die Entwicklung hin zu anspruchsvolleren Rebsorten und ausdrucksstarken Weinen wurde wesentlich von einer neuen Generation von Winzern geprägt und von der gestiegenen Finanzkraft der Weinliebhaber getragen. Bekanntlich ernährt der beste Wein im Keller nicht den Winzer. Höhere Ansprüche der Weinliebhaber beinflußte auch die Entscheidung der Winzer zu anspruchsvolleren Sorten und Weinen.
Mittlerweile steht die nächste Generation in den Startlöchern, oder mischt, bestens ausgebildet, teilweise mit Erfahrungen im Ausland, bereits kräftig mit. Erfreulich auch die Entwicklung im Aussenbetrieb. Engagierte Jungwinzer pflanzen auch schwierige Weinbergslagen wieder auf.

Ahrwein im Fass aus Eifeler Eiche
Eine interessante Initiative wurde in 2006 von der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr gestartet. Eifeler Eichen, im nahen Bölinger Wald geschlagen, sollen als Ausgangsprodukt für Barriquefässer in einigen Jahren eine Verbindung mit Ahrwein eingehen. Das Ergebnis sollten Weinliebhaber nicht verpassen.

Erstaunliche Rebsortenvielfalt gemessen an der Grösse des Anbaugebietes

A h r
2001
2006

519 ha

100%

548 ha

100%

R o t e  S o r t e n

444 ha

85,6 %

479 ha

87,4 %

Spätburgunder

306 ha

59,0 %

337 ha

61,5 %

Portugieser

66 ha

12,8 %

48 ha

8,8 %

Frühburgunder

26 ha

5,1 %

34 ha

6,2 %

Dornfelder

23 ha

4,3 %

20 ha

3,6 %

Regent

6 ha

1,2 %

19 ha

3,5 %

Domina

8 ha

1,6 %

9 ha

1,6 %

Dunkelfelder

3 ha

0,6 %

3 ha

0,5 %

Acolon

-

-

2 ha

0,4 %

Cabernet Mitos

-

-

1 ha

0,2 %

Hegel

-

-

1 ha

0,2 %

Rotberger

1 ha

0,2 %

1 ha

0,2 %

Zweigelt

-

-

1 ha

0,2 %

Sonstige

3 ha

0,8 %

3 ha

0,5 %

W e i ß e  S o r t e n

75 ha

14,4 %

69 ha

12,6 %

Riesling

41 ha

7,8 %

39 ha

7,1 %

Müller-Thurgau

23 ha

4,4 %

14 ha

2,5 %

Weißburgunder

1 ha

0,2 %

7 ha

1,3 %

Grauburgunder

2 ha

0,4 %

3 ha

0,5 %

Kerner

4 ha

0,8 %

2 ha

0,4 %

Ortega

1 ha

0,2 %

1 ha

0,2 %

Sonstige

3 ha

0,6 %

2 ha

0,4 %

Mit über 87,5% dominieren heute die roten Rebsorten das Weinanbaugebiet Ahr, wobei mit 337 ha (2001: 306 ha) der Spätburgunder die führende Rolle einnimmt. Bei den weißen Rebsorten, deren Trend weiterhin rückläufig ist, behauptet der Riesling mit 39 ha die Spitzenposition.

Der Frühburgunder (Pinot Madeleine), dem an der Ahr schon immer eine besondere Bedeutung zukam, wurde in den letzten Jahren vermehrt (+ 8 ha) angebaut. Mit mittlerweile 34 ha (6,2 %) ein im Vergleich zur Anbaufläche in Rheinland-Pfalz (201 ha / 0,2 %) beachtenswert hoher Anteil. Dornfelder, Domina, sowie die Neuzugänge Regent, Acolon und Cabernet Mitos ergänzen das Sortiment. Erwähnenswert sind die Bestrebungen des Weingutes Kreuzberg mit den Rebsorten Cabernet Sauvignon und Cabernet franc.

Die weißen Rebsorten befinden sich nach ihrem Höchststand mit 211 ha im Jahre 1972 auf einem ständigen Abwärtstrend.

Mittlerweile greifen die Dagernova Weinmanufaktur, sowie einige Weingüter auf Anbauflächen an Mittelrhein und Mosel zu, oder ergänzen ihr Sortiment in Zusammenarbeit mit Winzer von der Nahe (Weingut Adeneuer).

Vor allem auf den Schiefer- und Basaltböden bringt der Riesling hervorragende Qualitäten. Der Müller-Thurgau wird auf Grund seines geringeren Marktwertes anderen Sorten mehr und mehr Platz machen. Eine interessante Entwicklung bei den weißen Rebsorten nehmen Grauburgunder und insbesondere der Weißburgunder mit einem Sprung von 1 ha (2001) auf nunmehr 7 ha.