Dominierender Anteil von roten Rebsorten an der Ahr, insbesondere Spätburgunder

Diagramm Rebsortenspiegel AhrDie in den 70er Jahren einsetzende Entwicklung hin zu den roten Rebsorten insbesondere zum Spätburgunder (Pinot Noir) ist in den letzten Jahren abgeflacht, wenn auch die roten Rebsorten mit 476 ha (85%) die weißen Rebsorten 83 ha (15%) dominieren. Die Anbaufläche (559 ha) nimmt weiterhin leicht zu, wobei erstmals auch wieder ein Zuwachs bei den weißen Rebsorten zu verzeichnen ist.

Damit rangiert die Ahr mittlerweile vor dem benachbarten Weinanbaugebiet Mittelrhein (439 ha).

Der Klimawandeln mit steigenden Durchschnittstemparaturen macht die Erschließung brachliegender Weinbergsflächen, auch in Steillagen wirtschaftlich, schließlich verfügte die Ahr einmal über eine Anbaufläche von über 1.000 ha.

Weiteres Potenzial für Jungwinzer an der Ahr.

Entwicklung in den letzten 50 Jahren

Anbaufläche

1964

1972

1979

1989

1999

2001

2006 2010

Rote Rebsorten

254

272

258

370

431

443

479

476

Weiße Rebsorten

190

211

150

107

88

75

69

83

Gesamt

444

483

408

477

519

518

548

559

Die Entwicklung hin zu anspruchsvolleren und qualitativ hochwertigeren Rebsorten setzte ab 1972 in Verbindung mit der Flurbereinigung ein. Der Spätburgunder verdrängte sowohl den Portugieser, als auch die weißen Rebsorten (Rückgang auf ca. 1/3 der ursprünglichen Fläche). Die Dominanz der roten Rebsorten, insbesondere des Spätburgunders war vor ca. 40 Jahren weniger ausgeprägt. Bei den roten Rebsorten lag der Portugieser mit 145 ha vor dem Spätburgunder (122 ha), gefolgt vom Riesling (114 ha).
In den 80er Jahren hielt das kleine Eichenholzfaß mit 225 l (Barrique) Einzug ins Ahrtal. Heute beherrschen alle führenden Winzergenossenschaften und Weingüter den Ausbau in der Barrique.

Die Entwicklung hin zu anspruchsvolleren Rebsorten und ausdrucksstarken Weinen wurde wesentlich von einer neuen Generation von Winzern geprägt und von der gestiegenen Finanzkraft der Weinliebhaber getragen. Bekanntlich ernährt der beste Wein im Keller nicht den Winzer. Die höheren Ansprüche der Weinliebhaber erleichterte den Winzern die Entscheidung zu anspruchsvolleren Sorten und Weinen.
Mittlerweile steht die nächste Generation nicht nur nicht mehr in den Startlöchern, sondern mischt, bestens ausgebildet, teilweise mit Erfahrungen im Ausland, bereits kräftig mit. Erfreulich auch die Entwicklung im Aussenbetrieb. Engagierte Jungwinzer pflanzen auch schwierige Weinbergslagen wieder auf.

Erstaunliche Rebsortenvielfalt gemessen an der Grösse des Anbaugebietes

A h r
2010

559 ha

100%

R o t e  S o r t e n

476 ha

85,2 %

Spätburgunder

345 ha

61,7 %

Portugieser

38 ha

6,8 %

Frühburgunder

37 ha

6,6 %

Regent

19 ha

3,4 %

Dornfelder

15 ha

2,7 %

Domina

10 ha

1,8 %

Acolon

3 ha

0,5 %

Dunkelfelder

2 ha

0,4 %

Cabernet Mitos

1 ha

0,2 %

Cabernet Sauvignon

1 ha

0,2 %

Dakapo

1 ha

0,2 %

Merlot

1 ha

0,2 %

Sonstige

3 ha

0,5 %

W e i ß e  S o r t e n

83 ha

14,8 %

Riesling

44 ha

7,9 %

Müller-Thurgau

16 ha

2,9 %

Weißburgunder

12 ha

2,1 %

Grauburgunder

4 ha

0,7 %

Kerner

2 ha

0,4 %

Johanniter

1 ha

0,2 %

Ortega

1 ha

0,2 %

Solaris

1 ha

0,2 %

Sonstige

1 ha

0,2 %

Rote Rebsorten

Mit ca. 85% dominieren heute die roten Rebsorten das Weinanbaugebiet Ahr, wobei mit 345 ha (2001: 306 ha) der Spätburgunder die führende Rolle einnimmt. Bei den weißen Rebsorten, deren rückläufiger Trend mittlerweile gestoppt wurde, behauptet der Riesling mit 44 ha die Spitzenposition.

Der Frühburgunder (Pinot Madeleine), dem an der Ahr schon immer eine besondere Bedeutung zukam, wurde in den letzten Jahren vermehrt (+ 11 ha) angebaut, mit mittlerweile 37 ha (6,6 %) ein im Vergleich zur Anbaufläche in Rheinland-Pfalz (207 ha / 0,3 %) beachtenswert hoher Anteil.
Der Neuzugang Regent hat mittlerweile mit 19 ha die Rebsorten
Dornfelder und Domina überholt. Ergänzt wird das Sortiment mit den Rebsorten Acolon, Cabernet Mitos, Cabernet Sauvignon, Dakapo und Merlot, sowie mit Anbauflächen < 0,5 ha durch Cabernet Cubin, Cabernet Dorsa, Müllerrebe und Saint Laurent.

Weiße Rebsorten

Der Abwärtstrend der weißen Rebsorten scheint nach deren Höchststand mit 211 ha im Jahre 1972 gestoppt. Die Anbaufläche nahm gegenüber dem Jahr 2006 um 14 ha auf 83 ha zu. Vor allem auf den Schiefer- und Basaltböden bringt der Riesling hervorragende Qualitäten. Der Müller-Thurgau wird als Rivaner ein kleines Comeback feiern. Eine interessante Entwicklung nehmen Grauburgunder und insbesondere der Weißburgunder mit einem Sprung von 1 ha (2001) auf nunmehr 16 ha. Ergänzt wird das Sortiment durch die Rebsorten Kerner, Johanniter, Ortega und Solaris, eine frühreifende Neuzüchtung, die insbesondere zu Federweißer verarbeitet wird. Mit einer Anbaufläche jeweils kleiner 0,5 ha sind noch die Rebsorten Bacchus, Chardonnay, Gewürztraminer, Huxelrebe, Optima, Malinger (Weingut Joh. Jak. Hostert), Regner und Würzer an der Ahr anzutreffen.

Um dem Wunsch der Kunden nach weißen Sommerweinen Rechnung zu tragen, greifen verschiedene Weinbaubetriebe der Ahr (z.B. die Ahr-Winzer e.G., sowie einige Weingüter) zusätzlich auf Anbauflächen an Mittelrhein und Mosel zu, oder ergänzen ihr Sortiment in Zusammenarbeit mit Winzer von der Nahe (Weingut Adeneuer).