Von existentieller Bedeutung für den Winzer, wichtig und interessant für den Weinfreund ist die Qualität der Weinjahrgänge. Sie wird vor allem in den nördlichen Anbaugebieten nicht unwesentlich vom Mostgewicht der Trauben (Meßeinheit: Grad Öchsle) bestimmt, wenn auch weitere Extraktstoffe (Säuren, Glycerin sowie die nur in kleinen Mengen vorhandenen Phenole, Pektine, Proteine und Mineralien), die sich nur bei einem günstigen Witterungsverlauf optimal bilden, eine ebenso wichtige Rolle spielen.
Insoweit kann aus dem Diagramm nur durch den Vergleich der Kurvenverläufe auf die Qualität der Weinjahrgänge geschlossen werden. Der Trend zeigt eindeutig nach oben.


Das Diagramm beruht auf den Durchschnittswerten der Dagernova Weinmanufaktur, die die grösste Anzahl von Winzern der Ahr mit repräsentativen Anbauflächen von Mayschoß bis Heimersheim vereint. Aus den Durchschnittswerten wurde jeweils für die roten (Früh- und Spätburgunder) und weißen (Riesling und Müller-Thurgau)  Hauptrebsorten der einfache Mittelwert gebildet.

Jahr
B e w e r t u n g  A h r
Punkte
Symbol
Qualität
Neuere Jahrgänge
2009
20
*****
herausragend
2008
17
****
gut - sehr gut
2007
17
****
gut - sehr gut
2006
20
*****
herausragend
2005
17
****
gut - sehr gut
2004
18
****/*
sehr gut
2003
20
*****
herausragend
2002
16
***/*
gut
2001
20
*****
herausragend
2000
15
***
gut
1999
17
****
gut - sehr gut
1998
14
**/*
gut
1997
18
****/*
sehr gut
1996
14
**/*
mittel - gut
1995
15
***
gut
1994
15
***
gut
1993
15
***
gut
1992
12
**
mittel
1991
11
*
gering
1990
14
**/*
mittel - gut
Ältere bessere Jahrgänge
1988
16
***/*
gut
1985
15
***
gut
1983
15
***
gut
1981
15
***
gut
1980
15
***
gut
1979
18
****/*
sehr gut
1978
15
***
gut
1976
20
*****
herausragend
1975
19
*****
sehr gut
1974
16
***/*
gut
1973
15
***
gut
1971
19
*****
sehr gut
1966
15
***
gut
1964
15
***
gut
1959
18
*****
sehr gut
1949
20
*****
herausragend
Bewertung der Jahrgänge

2009 ... , eines der wärmsten Jahre im langjährigen Mittel brachte, gepaart mit einer langen Vegetationszeit, gesundes Lesegut in die Weinkeller. Gute Kellerarbeit vorausgesetzt, dürften die Weine dem Vergleich mit 2006 standhalten, zumal die Menge um ca. 30% unter der von 2006 lag.

2008 ... , eine lange Vegetationszeit und gesundes Lesegut sorgten für gut strukturierte Weine.

2007 ... , Jahrgang mit ca. 2 Wochen verkürzter Vegetationszeit. Weine vergleichbar mit dem Jahrgang 2005.

2006 ... , ein weiterer herausragender Jahrgang, der mit der Tradition an der Ahr, - nur ungerade Jahrgänge werden Spitzenjahrgänge -, bricht.
Ausgezeichnete Herbstbedingungen mit einem um 4 Wochen gegenüber dem Jahrgang 2003 längeren Vegetationsverlauf lieferten dichte und fruchtbetonte Weine.

2005 ... , ein guter Jahrgang, der etwas weichere Weine mit weniger Dichte als der 2004er hervorbrachte.

2004 ... , ein sehr guter Jahrgang, mit gesunder Säure und hohen Extraktstoffanteilen, die dichte und lagerfähige Weine ergaben.

2003 ... , ein herausragender Jahrgang, aber auf Grund des verkürzten Vegetationsverlaufes mit geringer Säure und Extraktstoffanteilen, zum Teil alkohollastige Weine.
Spätfröste im Mai, die die Erntemenge um ca. 30% reduzierten, ließen noch nicht die Qualität des Jahrgangs erkennen. Ein Jahrhundertsommer sorgte aber für einen ungewöhnlich frühen Lesebeginn. Ungewohnt für ein nördliches Weinanbaugebiet mussten die Winzer fast 4 Wochen früher mit der Traubenernte beginnen. Zu Beginn des eigentlichen Erntemonats Oktober war die Ernte weitestgehend abgeschlossen, und dies mit Mostgewichten, die selbst die Superjahrgänge 1976 und 2001 um fast 6° Öchsle im Durchschnitt überstiegen. Der Prädikatswein-Anteil bei Spätburgunder und Frühburgunder lag bei fast 100%, selbst beim Riesling über 80%.

2002 ... , ein Jahrgang, der qualitativ zwischen den Jahrgängen 1999 und 2000 lag, aber mit sehr guten Extraktwerten. Ein Jahrgang, der nicht unterschätzt werden sollte.

2001 ... , das neue Jahrtausend begann mit einem Superjahrgang. Eine Schönwetterperiode im Mai mit raschem Austrieb, eine zügige Blüte im Juni, eine warme und niederschlagsreiche Wachstumsperiode im Juli und ideale Bedingungen im August sorgten für einen Vegetationsvorsprung von bis zu zwei Wochen. Ein nasser und kalter September machte zwar diesen Vorsprung wieder zunichte, brachte aber die notwendige Bodenfeuchtigkeit nach dem trocknen Vormonat. Die kalten Temperaturen verhinderten Pilzerkrankungen und Fäulnis der Trauben. Die Trauben nutzten den wärmsten Oktober seit 1706 mit Temperaturen von über 25° C zur vollen Reife mit hohem Extraktanteil in einem selten so gesunden Zustand. 2001, ein Jahrgang mit einer optimalen physiologischen Reife der Trauben.

2000 ... , ein Jahrgang mit gringem Prädikatsweinanteil. Der Witterungsverlauf erforderte auf Grund von Fäulnisschäden eine selektierte Lese.

1999 ... , ein ebenfalls hervorzuhebender Jahrgang, der bis dahin wärmste September an der Ahr brachte gesundes und hochwertiges Lesegut in die Keller.

1997 ... , ein Jahrgang mit ähnlich hohen Mostgewichten der Spitzenjahrgänge der siebziger Jahre. Nach Spätfrösten im Mai, die zu erheblichen Mengeneinbußen (über 50%) führten, sorgten ein warmer Sommer und ein trockener Herbst für hohe Mostgewichte. 1997, der Spitzenjahrgang der neunziger Jahre.

Die Tendenz der neunziger Jahre zeigt eindeutig nach oben mit einer Qualitätsdichte zum Ende des Jahrzehnts. Nicht nur die klimatischen Bedingungen, sondern auch das steigende Qualitätsbewusstsein haben hierzu beigetragen.

Die achtziger Jahre sind geprägt von guten bis mittleren Jahrgängen und dem zweitschwächsten Jahrgang 1984.

Die siebziger Jahre boten eine hohe Dichte an guten, bis sehr guten Jahrgängen, mit dem herausragenden Jahrgang 1976, aber auch dem schwächsten Jahrgang 1972.


Die Bewertung der Jahrgänge kann bei einzelnen Weingütern durchaus auf Grund selektiver Lese und späterem Lesezeitpunkt (z.B.: 1999) von der Tabelle abweichen.


Die in Amerika angewandte Beurteilung der  physiologischen Reife beinhaltet eine Bewertung der Färbung der Beerenhaut, der Elastizität des Fruchtfleisches, des Reifezustandes der Kerne und des Geschmacks der Beeren. Mittlerweile wenden immer mehr Winzer in Europa neben den Kriterien wie Messung der Zuckerkonzentration und des Säuregehaltes auch diese Reifekriterien an.